Alexandra Soor
Praxis für Psychotherapie, Paartherapie, Gestalttherapie & systemisches Coaching
Der Superwoman Effekt

Viele meiner Klientinnen haben mir oft folgende Situation geschildert:
sie betreten einen Meetingraum, an dem Konferenztisch sitzen ausschließlich Männer, der Chef ist womöglich noch schlecht gelaunt und sie fühlen sich beobachtet und setzen sich an einen ganz "unsichtbaren" Platz- bloß nicht auffallen.
Das Meeting beginnt und sie sind fachlich zwar im Thema drin, aber sie bekommen den Mund nicht auf und geben keinerlei Anmerkungen zu den Beiträgen ihrer Kollegen. Diese hingegen sagen ungefragt ihre Meinung, fallen sich zt. gegenseitig ins Wort und das Ganze ist eher von quantitativer Natur, als von qualitativer.
Und was machen Frauen oft: beobachten, statt zu sagen: "so stimmt das nicht Herr Meier, der Umsatz stieg im letzten Monat um 2%, nicht um 2,5%". Das Meeting endet, alle verlassen den Raum, sie schweigend oder kurz Smalltalk, wer mit wem zum Mittagessen geht und das war es.
Und die Chance wieder mal verpasst sich zu zeigen. Dabei kann man es doch eigentlich - warum nicht eben gerade?
Manchmal blockieren wir uns selbst leider. Ich nenne diese Übung, die Superwoman Übung. In der Hypno- und auch Gestalttherapie arbeite ich gerne mit Bilder und der Fantasie, die jeder in sich trägt.
1.) Wenn du deinem Auftreten in der Situation eine Farbe geben könntest, welche wäre es dann?
Ein schönes blasses Mausgrau, oder eher leuchtend rot?
2.) Wie würde eine Frau aussehen in deinen Augen, die selbstbewusst und souverän den Meetingraum betreten hätte, die gleich die wild durcheinander plappernden Männern zum Schweigen gebracht hätte durch ihre prägnante und laute Stimme? Vielleicht kennst du aus einem Film eine solche Frau, oder es ist eine Kollegin. Stell dir diese Frau ganz genau vor!
Welchen Lippenstift hat sie drauf, wie ist ihr Parfum? Rieche sie und schilder mir diese Frau. Was hat sie an?
Oftmals erzählen mir Klientinnen von einer Frau aus einem Film, bei der sie dachten: wow! Und langsam beginnt die Phase des Spürens. Das Herz klopft evtl. schneller und man erlebt die Situation noch einmal und beobachtet dabei diese Frau, wie sie einfach gekonnt abliefert. Ein Lächeln kann ich während diesen Schilderungen oft in den Gesichtern ablesen, ebenso eine quasi Euphorie und wir geben manchmal dieser Frau noch einen Namen.
3.) Was wäre, wenn diese Frau dein Joker wäre? Was wäre, wenn du diese Frau auf Knopfdruck sein könntest?
4.) Superman war auch nur Clark Kent und wer weiß, wer Superwoman eigentlich wirklich war?! Du kannst alles zu jederzeit sein - nehme den Joker und schmeiße dich den Superwoman Umhang und ab ins Meeting! Du brauchst dich nicht in das irre schicke Kostüm und die 12cm Heels von ihr werfen, aber spüre und stelle dir vor, du wärst diese Frau.
Unsere Gedanken beeinflussen unser Tun und ebenso die Sicht auf uns selbst.
Wir dürfen in Rollen schlüpfen, wenn es uns hilft eine andere Seite von uns besser zum Vorschein zu bringen! Um dies zu verstärken, kannst du z.B. auch dein eigenes Superwoman Parfum kaufen und immer dann aufsprühen, wenn du diese Vorstellung noch verstärken möchtest.
Probiere es aus!
Viel Spaß wünsche ich;-)